Einwohner: 618 100
Fläche: 226 000 Quadratkilometer
Klima: Streng kontinental, sehr trocken, mittlere Januartemperatur -13°C, mittlere Julitemperatur +28°C
Das trockene, von Kamelen und Ziegen beweidete Wüsten- und Steppengebiet an den Ufern des Syr-Darja ist touristisch sicher nicht für jeden interessant. Dabei blickt es auf eine reiche Geschichte zurük. Vor den Eroberungszügen Dschingis Khans gab es hier blühende, hoch entwickelte Oasenstädte und Festungen wie Sauran und Syganak, deren Ausgrabung größtenteils noch aussteht. Heute wird auf bewässerten Flächen vor allem Reis angebaut. Hauptwirtschaftszweig ist jedoch die Förderung von Erdöl und Erdgas, auch Gold und Uran werden abgebaut.
Berühmtheit erlangte das Gebiet durch die russische Enklave Baikonur mit dem „Sternenstädtchen“ und dem Kosmodrom, von dem mit Juri Gagarin der erste Mensch in den Weltraum flog. Heute nutzen zahlreiche Länder die Abschussrampen von Baikonur für den Start ihrer Satelliten, auch Kasachstan selbst hat inzwischen eigene Satelliten im Kosmos.
Zu traurigem Ruf hat es der Aralsee gebracht, der, einst viertgrößter Binnensee der Erde, heute auf einen Bruchteil seiner einstigen Größe zusammengeschrumpft ist, weil das ehemals reichlich zuströmende Wasser seiner beiden Zuflüsse Amu-Darja seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts zum allergrößten Teil auf die Baumwollfelder Usbekistans und Turkmenistans geleitet wird beziehungsweise unterwegs in offenen Kanälen verdunstet. Auf dem trocken gefallenen Grund des Aralsees liegen, viele Kilometer von der heutigen Uferlinie entfernt, Dutzende Schiffe, eine traurige Sehenswürdigkeit, die jedoch alljährlich viele Reisende in ihren Bann zieht – Symbol für die Unvernunft der Menschheit. Die auf der ehemaligen Insel Barsakelmes im Aralsee lebenden Kulane – asiatische Wildesel mussten großteils in den Nationalpark Altyn Emel nördlich von Almaty umgesiedelt werden, weil ihre Heimat mit dem Fallen des Wasserspiegels zur Halbinsel wurde und nicht mehr ausreichend geschützt war. Nichtsdestotrotz ist Barsakelmes immer noch Naturschutzgebiet.
Kasachstan und die Weltbank haben einen bisher erfolgreichen Versuch gestartet, den nördlichen Teil des Aralsee zu retten, dieses Projekt könnte Kern einer künftigen touristischen Entwicklung sein. Dann werden die wenigen, ausdauernd um die Gunst der Besucher buhlenden Reisebüros in Kysylorda neben Kamelsafaris und Beobachtungen von Raketenstarts noch ein weiteres Ziel anbieten können: Angeln und Baden an einem legendären, wiedergeborenen See.
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Quellenangaben: Der Text wurde von der Kasachischen Botschaft in Deutschland zur Verfügung gestellt.



